24. Mrz 2011
Lokalisieren: Den Shop für Auslandsmärkte fit machen
Statt die vorhandene Struktur unverändert auf andere Länder zu übertragen, müsse man sich behutsam an die neuen Märkte herantasten, rät Henning Heesen, Vorstandsmitglied und Country Manager des Internationalisierungs-Dienstleisters Salesupply AG. „Internationalisieren darf für Ihr Projekt nicht mehr als eine interne Bezeichnung sein, sich dem ausländischen Kunden anzunähern“, schreibt der Experte im Fach-Blog E-Commerce-Lounge (http://www.ecommerce-lounge.de/internationalisieren-oder-lokalisieren-thats-the-question-5529/).
Für den deutschen Kunden ist ein Shop ja ebenfalls erst schrittweise optimiert worden: indem mit dem passenden Shoppingsiegel das notwendige Vertrauen in den Internetladen hergestellt wurde, indem der Check-out optimiert und die Buttons Usability-gemäß gestaltet wurden. Auch gibt es Erfahrungswerte für die gewünschten Zahlungsmethoden, für die Kundenservicenummer und die AGBs.
Christian Arno hat Tipps (http://www.esales4u.de/eshop/onlineshop-marketing-international.php) für eine internationale Online-Marketing-Strategie deutscher Shops zusammengestellt. Der Geschäftsführer des Übersetzungsbüros Lingo24 weist darauf hin, dass die Keywords für die Suchmaschinenoptimierung für jedes Land neu recherchiert werden müssen. Außerdem spielt in andern Ländern – anders als in Deutschland – nicht unbedingt die Suchmaschine Google die größte Rolle. In Russland sei Yandex bedeutend, in den USA auch Yahoo und Bing von Microsoft. Das Gleiche gelte für die Social-Media-Plattformen, so Arno. Neben Facebook und Twitter sei etwa „Skyrock“ eine interessante Plattform in Frankreich, genauso wie „Orkut“ in Brasilien. Bei fremdsprachigen Onlineshops sei besonders wichtig zu berücksichtigen, dass sich die potenzielle Kundschaft in einem anderen Kulturraum bewegt.
Am Beispiel des E-Mail-Marketings für internationalisierte Shops zeigt Arno von Lingo24 weitere Punkte auf, an die ein deutscher Betreiber denken sollte. So müsse man beim Aussenden von Newslettern den richtigen Zeitpunkt im Auge behalten, wenn die fremden Länder in anderen Zeitzonen liegen – das gilt bereits für England. Auch können sich Urlaubszeiten und Feiertage unterscheiden, die sich für Werbung nutzen lassen.
Ein Shop habe nur dann wirklich die Chance, fasst Salesupply-Experte Henning Heesen zusammen, die gleiche Konversionsrate und Wiederholungskäufe wie ein Inlandsshop zu erzielen, wenn er lokalisiert ist. „Denn nun ist es ein Inlandsshop.“
Hubertus Primus (Foto, 55), Chefredakteur der Zeitschrift Test, wird zu Beginn des kommenden Jahres zum Vorstand der Stiftung Warentest bestellt. Für den freiwerdenden Chefredakteursposten sucht die Stiftung nun einen Nachfolger. Damit folgt Primus im Vorstand Werner Brinkmann (64) nach. Der promovierte Jurist ist seit 1995 Alleinvorstand der Stiftung und geht zum Jahresende in den Ruhestand. Hubertus Primus, ebenfalls Jurist, war von 1993 bis 1999 Chefredakteur der Zeitschrift Finanztest, bevor er die Leitung von Test und des Bereichs Publikationen mit den Zeitschriften, dem Online-Auftritt test.de und dem Lektorat übernahm. (…)
Werbung mischt sich nach wie vor unter journalistische Beiträge – vor allem wenn es um Ratgeberthemen geht. Versuche, diese Form der Verbrauchertäuschung einzudämmen, sind gescheitert. Die Chefredakteure können die Entwicklung kaum aufhalten. Der wohl einzige Ausweg: Sanktionen, die Medienunternehmen wirtschaftlich schaden. | journalist – Das Medienmagazin 3/2011, S. 56-59 (